In diesem Jahr war wieder eine Reise nach Afrika vorgesehen. Keinem schadet es, ab und zu über den Tellerrand zu schauen. Und da bekanntermaßen Reisen auch noch bildet, versuche ich mit großer Regelmäßigkeit, andere Länder zu besuchen. Allerdings bin ich der Meinung, dass gerade das Jagen bestens dazu geeignet ist, die Menschen und das Land besser kennen zu lernen. Hier hat man Kontakt mit den Einheimischen, deren Kultur und Sitten. Eine Landschaft nicht nur zu durchfahren, sondern auch zu durchlaufen, gibt andere Einblicke.
Die Reiseplanung fing schon 2006 an, viele Dinge mussten bedacht werden und, da ich mir Zimbabwe auserkoren hatte, rissen die "guten" Ratschläge nicht ab, doch besser nicht in diese Krisenregion zu fahren. Doch das ehemalige Rodesien hatte mich schon lange interessiert. Nach Festlegung der Region "Save Valley", in der Nähe zur Grenze nach Mosambic, wurden Kontakte in diese Region geknüpft, die Flüge gebucht und die Visa besorgt. Zusätzlich wurde noch einmal der Impfpass gecheckt und die Reiseapotheke überprüft. Leider erkrankte mein Jagdfreund vier Monate vor Reisebeginn. Doch ich hatte Glück und ein anderer Jagdkamerad, von meiner Frau herzlich darum gebeten, auf mich aufzupassen ;-) sprang ein.


Nach der Ankunft in Harare wurden wir abgeholt und man führte uns ca. 600km quer durch Zimbabwe, was uns einen ersten Eindruck dieses wunderbaren Landes vermittelte.
Am nächsten Tag wurden die Büchsen (R93) Probe geschossen, alles war im grünen Bereich. Ohne an dieser Stelle eine große Kaliberdiskussion anzufangen, sei erwähnt, dass derjenige, der hauptsächlich auf Antilopen jagen möchte, mit einer .30-06 und Swift-A-Frame Geschoss gut beraten ist. Wichtiger als die Kaliberfrage ist die Vertrautheit mit der Waffe. Da ich auf Büffel und Elen jagen wollte, hatte ich meine 9,3x62 mit Swift-A-Frame und Solids mitgenommen. Wie ich erst kürzlich auf einer Internetseite lesen konnte, hat ein Hersteller (Lutz Möller) von Kupferjagdgeschossen einem Kunden, der auch auf Büffel jagen wollte, ein 10 Gramm Geschoss empfohlen. Das ist unverantwortlich, hier wird leichtfertig mit dem Leben des Käufers dieser Geschosse umgegangen, wobei den Käufer sicher auch eine Mitschuld trifft, denn keiner sollte sich auf solche Heilsversprechen dieser Seelenverkäufer verlassen (Sie sind vergleichbar mit Bill Gates, der hat auch eine riesige Testgemeinde, die dafür bezahlt, die Fehler seiner Produkte herauszufinden). Der "Erfolg" dieses Jägers ließ auch nicht lange auf sich warten, er schoss nach eigenen Angaben mit gut sitzenden Schüssen zwei Büffel krank, die nicht gefunden wurden ("Dieses KJG wirkt anders!", Zitat des Herstellers, der sein Geschäft offensichtlich versteht :-( ). Beim dritten Büffel saß das Geschoss dann nur ca. 25cm im Körper. Der Schütze beschwerte sich beim Geschosshersteller. Dieser müllte ihn anschließend mit Berechnungen zu, da ja nicht sein kann, was nach seinen Berechnungen nicht sein darf. Hiernach lag der Fehler also offensichlich nicht am Geschoss, sondern an den Büffeln, da diese seine theoretischen Abhandlungen nicht gelesen hatten und daraufhin nicht umfielen. Es sind also immer die gleichen Maschen dieser Heilsverkünder: Sie verkünden den Teufel (hier R93, Gürtelpatronen, HDB und Superpenetrator) und bieten, natürlich für einen gehörigen Obulus, das Gute (KJG, genannt Kupferjagdgeschoss, das Wunderwerk für alles Wild der Welt). (Siehe auch unten)
Willi und ich fühlten uns jedoch gut gerüstet und freuten uns auf die kommenden Tage.

Neben der abwechslungsreichen Landschaft fielen auch die riesigen Affenbrotbäume (Baobab) auf. In dem Stamm des hier abgebildeten Baobab konnten bequem mehr als 14 Personen schlafen.
Nachdem wir eines morgens wieder eine vielversprechende Büffelfährte aufgenommen hatten, verfolgten wir diese über recht lange Zeit durch zum Teil sehr unwegsames Gelände. Irgendwann kamen wir dann an ein paar alte Daggaboys heran, wobei mir persönlich das Alter des Mbogo wichtiger war als der Helm. Der stehend freihändige Schuss mit dem Swift sowie der schnelle zweite auf den abgehenden Büffel mit dem Solid zeigten beim Büffel die erwünschte Wirkung.


Während ich mich nun auf das Elen konzentrierte, sammelte Willi gute Erfahrungen bei der Jagd auf Antilopen.


Wenig erfreut war er beim Fund einer Python (4,50m lang), die ich während einer Pirsch fand. Gut getarnt lauerte sie auf ein Opfer, doch ich denke, an Willi hätte sie sich verschluckt. Nichts desto trotz machte er einen großen Bogen um dieses Reptil.
Elen sind Läufer und wenn man Pech hat, ist man den ganzen Tag unterwegs, ohne recht an sie heran zu kommen. Wird das Gelände einmal etwas offener, kann man Glück haben und einen weiteren Schuss antragen.

Rechts sieht man ein Gebiet, in dem sich regelmäßig Elefanten aufhalten. Ist der Bestand an Elefanten zu groß, vernichten sie ihre eigene Lebensgrundlage. In extremer Form habe ich dies auch schon in Botswana gesehen. In den meisten Fällen hilft hier nur das Culling, um die Pflanzenwelt zu retten, deren Regeneration Jahrzehnte dauert.
Nach einem anstrengenden Tag freut man sich auf ein kleines Lagerfeuer mit gutem Essen und dem obligatorischen Sundowner.


Eins ist sicher, ich werde diesen Kontinent noch oft besuchen. Die vor Ort Organisation übernahm für mich Werner van Noordwyk, ein äußerst sympathischer und erfahrener PH, der gerade in Südafrika ein Camp der Erxtraklasse aufbaut, aber auch in anderen afrikanischen Ländern zu Hause ist.

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Mein kleiner Ausflug in die Welt der brauchbaren und weniger brauchbaren Geschosse für die Afrikajagd hat offensichtlich beim Hersteller der KJG und dessen Glaubensgemeinschaft für Unruhe und Empörung auf dessen Internetseiten gesorgt. Doch zuallererst muss ich mich bei meinem lieben Jagdfreund Willi entschuldigen, der hier vollkommen zu Unrecht als "der dicke Karl" bezeichnet wird. Willi ist halt ein gestandenes Mannsbild und ein guter Jäger zugleich.
Desweiteren wird behauptet, ich hätte T. Voss mit seinem Erfahrungsbericht falsch zitiert. Ich habe ihn zwar erwähnt aber nicht zitiert, sondern habe schwerpunktmäßig die Aussagen des Besitzers dieser Area, Leon du Plessis, sowie die Aussagen des begleitenden PH verwendet. Vor diesem Hintergrund muss man auch wissen, dass LdP nach dem ersten Krankschuss die Verwendung dieser ungeeigneten Munition (KJG) ausdrücklich untersagt hat. Für die weiteren Kalamitäten bei den anderen Büffeln ist demnach nur der Schütze und der Hersteller dieser Munition, der ihn hat damit losziehen lassen, verantwortlich. Da ist es schon erstaunlich, welche gedanklichen Kapriolen vom Hersteller geschlagen werden, dass es doch nur "an diesem einen Geschoss" gelegen haben kann, welches nicht tief genug eingedrungen ist. Die fehlende Eindringtiefe des Geschosses beim zweiten Büffel wird erst garnicht mehr hinterfragt, ist doch auch egal, wenn da nun zwei Büffel verletzt und mit großen Schmerzen im Busch liegen und eventuell langsam eingehen und verludern.
Und nun macht sich der große Meister auf, um große Tiere umzubringen und es allen zu beweisen, wie gut seine Geschosse sind. Das aber haben schon Leute mit Bleikugeln bewiesen. Und wie die neuesten Aufzeichnungen des großen Meisters zeigen hat er ja dann auch eine Büffelkuh erlegt. Waidmannsheil! Wenn aber seine Mission hieß, die Wirkung seiner Geschosse zu dokumentieren ist es doch mehr als verwunderlich, wenn er noch nicht einmal die (vorhandenen?) Ausschüsse dokumentiert hat. Seine Glaubensgemeinschaft wird wohl die Letzte sein, die die Wahrheit erfährt.
Eins ist bei der ganzen Sache zweifelsohne richtig: Wenn Schützen bei guten Treffern schon eher an sich selbst zweifeln als an der verwendeten Munition hat das Marketing des Herstellers bestens funktioniert.